Aus unserem Alltag

Agiles Familienleben mit einem Wochenplan-Board

Seit mein Mann vor zwei Jahren Scrum Master wurde und das agile Arbeiten als innere Haltung für sich entdeckt hat, entdecken wir überall die Parallelen zwischen agilem Arbeiten und unserem bedüfnisorientierten Umgang mit unseren Kindern sowie der gewaltfreien Kommunikation, die wir seit einigen Monaten im Konfliktnavigator von Tassilo Peters lernen.

Die wichtigste Gemeinsamkeit für uns ist, dass es eine innere Haltung ist, die uns in Verbindung mit unseren Kindern bzw. Kollegen bleiben lässt, wodurch ein wertvolles Miteinander entsteht.

Als ich den Blog agile-parenting entdeckt habe, war ich total glücklich jemanden gefunden zu haben, der diese Gemeinsamkeiten auch sieht und die agile Haltung ins Familienleben einbindet! Noch dazu jemand, der auch ein gefühlsstarkes Kind hat! Wie wunderbar! Sehr inspirierend!

Schon lange hatten wir die Idee auch ein Board bei uns ins Wohnzimmer zu hängen, auf dem Aufgaben sichtbar gemacht werden.

Seit zwei Wochen hängt nun unser Wochenplan-Board und ich möchte es nicht mehr missen.

Es hat zwei Teile: Oben ist ein Wochenplan, unten eine To-Do-Liste.

Jeder hat bei uns abwischbare Magnetstreifen in einer eigenen Farbe und es gibt eine Farbe (orange) für Dinge, die wir alle zusammen machen. Ein Sonnen-Magnet zeigt oben bei den Wochentagen an, welcher Tag gerade ist. So finden sich auch die Kinder gut zurecht und sehen, was an dem Tag geplant ist bzw. was von wem vom erledigt werden muss. Wenn die Uhrzeit wichtig ist, schreiben wir sie auf die Magnetkarte mit drauf. Sonst sind die Karten nur grob nach ihrer Reihenfolge am entsprechenden Tag geordnet.

Unten sammeln wir Dinge, die noch anstehen, aber noch nicht klar ist, wann. Hier tragen wir auch Wünsche der Kinder ein, wenn wir sie gerade nicht erfüllen können.

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Das hat in vielerlei Hinsicht Vorteile:

  • die Kinder sehen, dass ihre Wünsche ernst genommen werden
  • wir vergessen im Alltagstrubel die Wünsche nicht mehr
  • wir bekommen unsere To-Dos aus dem Kopf raus
  • für die Kinder visualisiert der Plan, welche Tage gut für spontane Unternehmungen geeignet sind
  • die Kinder können abzählen, wie viele Tage es noch sind, bis etwas passiert
  • alle können sich auf besondere Ereignisse einstellen
  • wir als Eltern besprechen besser, wer wann die Kinder betreut
  • nebenbei lernen die Kinder die Wochentage und erleben Lesen und Schreiben als sinnvolle und nützliche Fähigkeit
  • wir können flexibel auf Änderungen eingehen

Gerade für unsere gefühlsstarke, große Tochter ist das Board hilfreich. Sie hat klar vor sich, wann was passiert.

Oft hat sie nach der Schule z.B. den Wunsch einen Freund oder eine Freundin mit nach Hause zu nehmen. So spontan meist nicht realisierbar! Seit wir das Board haben, gibt es in solchen Situationen keine Tränen mehr. Wenn ich Nein sagen, fragt sie schon: „Können wir es aufs Board schreiben?“ Wir haben auch darüber gesprochen, wie oft sie sich Verabredungen mit Freunden wünscht. Einmal ist für sie gerade noch ok, ihre Lieblingslösung wäre zweimal pro Woche. Nun hat sie es auf dem Board im Blick und ist viel zufriedener!

Auch Situationswechsel sind leichter geworden. Wir sehen das Board vom Esstisch aus und können so bei jedem Essen darauf schauen. Sie ist somit insgesamt besser vorbereitet, weil wir darüber sprechen, was als nächstes ansteht und wie viel Zeit davor noch zum Spielen bleibt.

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